Selbsterfahrung

Einleitung

Die psychologische Selbsterfahrung kann Männern helfen, sich selbst besser und genauer kennenzulernen und damit tiefer zu verstehen. Diese Selbsterkenntnis bezieht sich auf die Unterschiede zwischen Selbst-, Fremd- und Idealbild, die vor allem durch externes Feedback, aber auch auf die unbewussten und damit unbekannten Anteile des Selbst. Vertiefte Selbsterfahrung - im Einzel- oder Gruppensetting - stärkt über verbesserte Selbsterkenntnis - das Selbstwertgefühl, das gesunde Ich und die Sozialkompetenz.

Ziele der Selbsterfahrung

Selbsterfahrung strebt ein anderes Verständnis des eigenen Selbst und damit ein tieferes Erkennen der Persönlichkeit an. Dies kann dann zu veränderten, verbesserten Selbstbezügen und sozialen Verhaltensweisen führen. Selbsterfahrung soll insbesondere die verzerrt wahrgenommenen Anteile des Selbst und die völlig ausgeblendeten Anteile ins Bewusstsein rücken. Letztendlich soll Selbsterfahrung zu einer tieferen Selbstkenntnis und damit Weisheit über sich selbst führen. 

Methoden der Selbsterfahrung

Selbsterfahrung findet in Gesprächsform im Einzel- oder Gruppenformat statt. Viele Methoden ähneln denen der Gruppenpsychotherapie. Dazu gehören auch Rollenspiele, kreative Methoden, Videofeedback und Problemlöseaufgaben. Selbsterfahrungsleiter arbeiten oft nach dem Prinzip des Johari-Fensters, bei dem bewusste und unbewusste, selbst- und fremdwahrgenommene Anteile des Selbst unterschieden werden.
Bei allen Formen der Selbsterfahrung ist die vertrauensvolle Beziehung der Teilnehmer und Leiter von größter Wichtigkeit, so dass für die Inhalte – bis auch suizidale und strafrechtliche schwerwiegende Handlungen – eine Schweigepflicht für alle gilt. 

Männerspezifität

Männer nehmen seltener als Frauen an Selbsterfahrungsgruppen teil. Dabei können ihnen diese enorm viel bringen. Es gibt eine verhaltene Tradition solcher Gruppen auf der Basis einzelner Traditionen, z.B. die Eisen-Hans-Tradition nach Robert Bly, die von David Deida begründete Tradition des Weges des wahren Mannes oder die in Deutschland verbreiteten „Männlichkeit stärken“- Gruppen der beiden Berliner Männertrainer Sven Philipp und Martin Rheinländer. Wie auch immer diese Gruppen oder zahlreiche andere Traditionen im Einzelnen arbeiten, zeigt es sich, dass Männer durch die Fokussierung auf die sie speziell interessierenden Themen (Beziehung zu Mutter, Vater; eigene Stärken und Schwächen; ihre männlichen und weiblichen Anteile) enorm viel profitieren können. Wichtig dabei ist die Durchführung der Gruppen von und mit Männern.

GDPR Cookie Consent mit Real Cookie Banner